Moderne Technologie hat die Art und Weise, wie wir Informationen konsumieren, revolutioniert, aber für manche, wie zum Beispiel Menschen mit Alterssichtigkeit oder anderen Sehbehinderungen, kann das Lesen auf Smartphones und Bildschirmen zu einer täglichen Herausforderung werden.
In diesem Artikel werden wir es untersuchen die Auswirkungen von Presbyopie und Sehbehinderungen auf das digitale LesenEbenso gut wie praktische Tipps, um dieses Erlebnis zu verbessern, hervorheben spezifische Herausforderungen im Hinblick auf UX (User Experience).
Die verschiedenen Sehbehinderungen verstehen
Bestimmte Sehbehinderungen können die Art und Weise verändern, wie eine Person Details in ihrer Umgebung wahrnimmt. Manchmal führen diese Besonderheiten zu Schwierigkeiten beim Lesen, bei der Nutzung von Bildschirmen oder bei alltäglichen visuellen Interaktionen. Ein gutes Verständnis dieser visuellen Nuancen ist für die Anpassung von Technologien und Umgebungen wertvoll, was dazu beitragen kann, die Lebensqualität zu verbessern und allen ein optimales visuelles Erlebnis zu bieten.
Presbyopie
Presbyopie ist eine altersbedingte Behinderung, die normalerweise im Alter um das 40. Lebensjahr auftritt. Dies äußert sich durch einen Verlust der Flexibilität der Augenlinse, wodurch es schwierig wird, auf nahegelegene Objekte zu fokussieren. Menschen mit Presbyopie haben Schwierigkeiten, Kleingedrucktes aus der Nähe zu lesen, beispielsweise auf Smartphone-Bildschirmen, Computerbildschirmen oder sogar in Büchern. Bei längerem Lesen auf diesen Bildschirmen kann es zu einer erhöhten Ermüdung der Augen kommen.
Kurzsichtigkeit
Kurzsichtige Menschen sehen Objekte in der Nähe klar, haben aber Schwierigkeiten, entfernte Objekte klar zu sehen. Dies kann zu Schwierigkeiten beim Lesen von Texten aus normaler Entfernung auf einem Bildschirm (Fernseher, Werbebildschirme usw.) führen. Auch Augenermüdung und Kopfschmerzen können bei Menschen mit Kurzsichtigkeit nach längerer Bildschirmnutzung häufige Symptome sein.
Weitsichtigkeit
Im Gegensatz zur Kurzsichtigkeit führt die Weitsichtigkeit dazu, dass die Sicht auf nahe Objekte verschwommen ist, während die Fernsicht im Allgemeinen klar bleibt. Weitsichtige Menschen können ohne Ausgleich (Brille) Schwierigkeiten beim Lesen aus der Nähe haben. Dies kann zu erhöhter Ermüdung der Augen und Konzentrationsschwierigkeiten führen, wenn man längere Zeit am Bildschirm liest.
Astigmatismus
Astigmatismus ist durch eine unregelmäßige Krümmung der Hornhaut (äußerer Astigmatismus) oder der Linse (innerer Astigmatismus) gekennzeichnet, die in allen Entfernungen zu verschwommenem Sehen führt. Dies kann das Lesen auf dem Bildschirm erschweren, wenn keine ordnungsgemäße Korrektur vorgenommen wird. Menschen mit Astigmatismus können bei längerem Gebrauch von Bildschirmen Augenermüdung, Brennen, Trockenheit, Kopfschmerzen oder sogar Lichtverzerrungen verspüren (z. B. die Lichter entgegenkommender Fahrzeuge beim Fahren in der Nacht).
Katarakt
Katarakt ist eine Trübung der Augenlinse, die zu verschwommenem Sehen und Lichtempfindlichkeit führt. Menschen mit Katarakt haben möglicherweise Schwierigkeiten, Details auf einem Bildschirm klar zu lesen oder zu sehen. Bei der Verwendung digitaler Geräte kann es zu erhöhter Blendung und verminderter Farbschärfe kommen.

Seerosenteich, Claude Monet (1899): ohne Katarakt

Seerosenteich, Claude Monet (um 1923): mit Katarakt
Mangelhafte Farbwahrnehmung
Manche Menschen haben eine teilweise oder vollständige Farbsehschwäche, die ihre Fähigkeit beeinträchtigen kann, bestimmte visuelle Elemente auf Bildschirmen zu unterscheiden, die zur Informationsvermittlung auf Farbunterschiede angewiesen sind. Dies kann zu Schwierigkeiten beim Lesen, Navigieren oder Interpretieren visueller Inhalte auf digitalen Geräten führen.

Unterschied zwischen Computerbildschirm und Smartphone
Leseentfernung und Unterkunft
Beim Lesen auf einem Computerbildschirm beträgt der typische Abstand etwa 50 bis 70 Zentimeter, sodass das Auge bei längerem Gebrauch bequem fokussieren kann. Bei einem Smartphone hingegen verringert sich der Leseabstand erheblich, oft um die 30 Zentimeter oder weniger. Diese Nähe erfordert einen erhöhten Anpassungsaufwand für das Auge, um die Schärfe der angezeigten Zeichen und Details aufrechtzuerhalten. Dies kann zu einer schnelleren visuellen Ermüdung führen, insbesondere bei Menschen mit Sehbehinderungen wie Alterssichtigkeit.
Zeichengröße und visuelle Einschränkungen
Computermonitore bieten im Allgemeinen eine größere Anzeigefläche und ermöglichen so eine angenehmere Zeichengröße zum Lesen. Im Gegensatz dazu haben Smartphones kleinere Abmessungen, was zu einer deutlichen Reduzierung der Zeichengröße führen kann. Benutzer müssen häufig Texte vergrößern, um sie bequem lesen zu können, was das gesamte Benutzererlebnis beeinträchtigen und die visuelle Ermüdung erhöhen kann.
Helligkeit und visuelle Anpassungen
Smartphones werden in der Regel in unterschiedlichen Umgebungen verwendet, was dazu führen kann, dass die Bildschirmhelligkeit häufig angepasst wird, um eine optimale Sicht zu gewährleisten. Schnelle Helligkeits- und Kontraständerungen können für die Augen ermüdender sein, insbesondere für Menschen, die empfindlich auf diese Schwankungen reagieren. Darüber hinaus sind die Kontrast- und Helligkeitseinstellungen auf Smartphones für längeres Lesen möglicherweise nicht immer optimal und erfordern eine ständige Anpassung durch den Benutzer.
Symptome und Risiken im Zusammenhang mit intensiver Bildschirmnutzung
Studien zum Einfluss von Bildschirmen auf die Sehfunktionen haben mehrere häufige Symptome bei Vielnutzern ergeben. Zu diesen Symptomen gehören Augenermüdung, Augenschmerzen, Reizbarkeit, verschwommenes Sehen, tränende Augen oder rote Augen. Darüber hinaus kann stundenlanges Arbeiten vor dem Bildschirm zu Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Nacken-, Rücken- und Schulterschmerzen sowie Problemen wie dem Karpaltunnelsyndrom führen. Bei Trägern von Kontaktlinsen besteht möglicherweise auch ein höheres Risiko, ein trockenes Auge zu entwickeln. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Symptome durch andere Faktoren wie die Luftqualität in Innenräumen, einschließlich der Anwesenheit von Staub, Pollen, Aerosolen oder reizenden chemischen Verbindungen, verschlimmert werden können.
Eine längere Smartphone-Nutzung kann auch die Augenkonvergenz beeinträchtigen, also die Fähigkeit der Augen, sich nach innen zu drehen, um das binokulare Sehen aufrechtzuerhalten. Wenn wir längere Zeit auf den Bildschirm eines Smartphones starren, ist unser Blick oft auf einen festen Punkt in relativ geringer Entfernung gerichtet. Dies kann zu einer übermäßigen Belastung der für die Konvergenz verantwortlichen Augenmuskeln führen, was zu zusätzlicher Überanstrengung der Augen, Kopfschmerzen und Schwierigkeiten beim Fokussieren führen kann.
Auswirkungen auf die UX des Lesens auf Smartphone und Bildschirm
Das Lesen auf einem Smartphone oder Bildschirm kann für Benutzer mit Sehbehinderungen eine erhebliche Herausforderung darstellen. Beispielsweise können eine kleine Schriftgröße oder mangelnder Kontrast dazu führen, dass digitale Schnittstellen weniger zugänglich sind, was sich negativ auf die Benutzererfahrung (UX) auswirkt. Darüber hinaus kann längeres Lesen am Bildschirm bei diesen Personen zu einer erhöhten Ermüdung der Augen führen.
Auch schwer lesbare Elemente aufgrund ihrer geringen Größe oder geringen Helligkeit können die Lesegeschwindigkeit und damit das Benutzererlebnis beeinträchtigen. Darüber hinaus können schlecht gestaltete visuelle Elemente zu Missverständnissen führen und die Effektivität der Kommunikation sowie die Gesamtqualität der UX beeinträchtigen.
Tipps zur Verbesserung des Leseerlebnisses
Um das Leseerlebnis für Menschen mit Sehbehinderungen zu verbessern, können einige praktische Tipps befolgt werden. Daher wird empfohlen:
- Passen Sie die Textgröße an, um die Lesbarkeit der Zeichen zu verbessern.
- Passen Sie den Kontrast und die Helligkeit des Bildschirms an, um die Belastung der Augen zu verringern.
- Nutzen Sie speziell für sehbehinderte Menschen entwickelte Apps, die ebenfalls zu einem besseren Benutzererlebnis beitragen können.
- Wenden Sie die „20-20-20“-Regel an, indem Sie regelmäßig Pausen einlegen, um Ihre Augen auszuruhen. Es handelt sich um eine empfohlene Vorgehensweise, um bei längerer Nutzung digitaler Geräte eine gute Sehgesundheit aufrechtzuerhalten.
Die „20-20-20“-Regel ist eine empfohlene Vorgehensweise, um die Belastung der Augen bei längerer Bildschirmnutzung zu reduzieren. Dazu gehört das Einlegen regelmäßiger Pausen nach dem folgenden Muster: Schauen Sie alle 20 Minuten mindestens 20 Sekunden lang auf etwas in einer Entfernung von etwa 6 Metern. Diese Technik trägt dazu bei, die Augenmuskeln zu entspannen, die durch längeres Fokussieren auf Objekte in der Nähe, wie z. B. Zeichen auf einem Bildschirm, beansprucht werden, und verringert die visuelle Ermüdung. Dies trägt dazu bei, den Sehkomfort aufrechtzuerhalten und die schädlichen Auswirkungen einer längeren Exposition gegenüber Bildschirmen auf die Augen zu verhindern.
Bibliographie:
- Studie zum Einfluss von Bildschirmen auf okulomotorische und akkommodative Funktionen von Tristan Jurkiewicz, Célia Essertaize, Genna Meyssonnier, verfügbar auf Science.
- Studie zu Augenstress durch Bildschirme: Analysen funktioneller Symptome und des binokularen Gleichgewichts bei Intensivnutzern von E. Auffret, M. Mielcarek, T. Bourcier, A. Delhommais, C. Speeg-Schatz, A. Sauer, verfügbar unter Science.
- Studie zum Computer-Vision-Syndrom (CVDTS) von Mark Rosenfield , Veröffentlicht auf PubMed.
Florianne Nollet, UX-UI-Designerberater bei UX-Republic


