[Adventskalender 2025] Produktdesign: Vorbereitung auf morgen – zwischen Werkzeugen, KI und neuen Praktiken

Willkommen zur letzten Phase unseres Adventskalender Im Dezember haben wir die inneren Abläufe der Produktentwicklung erforscht. Zum Abschluss dieser Reihe werfen wir einen Blick in die Zukunft. Produktdesign tritt in eine neue Reifephase ein, in der KI, komplexe Systeme und Strategie unsere Rolle neu definieren. Heute werden wir ergründen, wie sich der Designer von morgen vom Ausführungsexperten zum Architekten von Bedeutung und Wirkung entwickeln wird.

Produktgestaltung: Vorbereitung auf morgen – zwischen Werkzeugen, KI und neuen Praktiken

Produktdesign tritt in eine neue Reifephase ein. Der Beruf entwickelt sich weiter und beschränkt sich nicht mehr nur auf die Erstellung von Bildschirminhalten. Er verankert sich zunehmend im Verständnis von Systemen, Nutzerverhalten und Entscheidungsprozessen. Werkzeuge, KI, Forschung und professionelle Vorgehensweisen verändern die Rolle des Designers nachhaltig.

Eine gemeinsame Auffassung: mehr produzieren, ohne es immer besser zu machen.

In vielen Produktteams war Design noch nie so präsent und so gut ausgestattet. Die Werkzeuge sind leistungsstark, die Methoden etabliert, die Prozesse reibungslos. Dennoch bleibt ein Gefühl bestehen: das Gefühl, schnell voranzukommen, manchmal zu schnell.

Produktdesign wird immer noch häufig als effiziente Ausführungsdisziplin wahrgenommen, die in der Lage ist, schnell saubere und konsistente Benutzeroberflächen zu liefern. Diese Wahrnehmung erzeugt eine zunehmende Spannung zwischen Produktionsgeschwindigkeit und der tatsächlichen Qualität des Nutzererlebnisses. Künftig wird diese Spannung ein Signal dafür sein, dass ein Berufsstand in bestimmten Bereichen langsamer vorgehen muss, um Wirkung zu erzielen.

Ein Design, das über Bildschirme hinausgeht

Die erste wesentliche Veränderung betrifft den eigentlichen Gegenstand des Designs. Produktdesign bedeutet nicht mehr nur die lineare Anordnung von Bildschirmen. Designer arbeiten zunehmend an Folgendem:

  • Systeme der Interaktion statt isolierter Sichtweisen,

  • Regeln und Verhaltensweisen statt idealer Szenarien.

  • Erfahrungen, die sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln.

Produktdesign wird zu einem unsichtbaren architektonischen Unterfangen, bei dem die Gesamtkohärenz Vorrang vor der unmittelbaren Wirkung hat.

Werkzeuge als Hebel, nicht als Zweck an sich.

Designwerkzeuge spielen heute eine zentrale Rolle in der Produktzusammenarbeit. Sie ermöglichen Design im großen Maßstab, gewährleisten konsistente Systeme und erleichtern die Kommunikation mit den technischen Teams.

Aber bedeutet schnellere Produktion auch besseres Design? Die Zukunft des Produktdesigns liegt nicht in der Beherrschung eines Werkzeugs, sondern in der Fähigkeit, es umsichtig einzusetzen.

KI als Denkbeschleuniger

Künstliche Intelligenz etabliert sich zunehmend als fester Bestandteil der Arbeitswelt. Sie wird hauptsächlich eingesetzt, um schnell neue Wege zu erkunden, Varianten zu generieren oder Aufgaben mit geringem Wert zu automatisieren.

Zukünftig wird KI als Beschleuniger und nicht als Schiedsrichter fungieren. Der Wert des Berufsstandes wird sich dahingehend verlagern, die richtigen Probleme zu formulieren, anstatt sofortige Antworten zu liefern.

Nutzerforschung als Grundlage für Reife

Mit der Standardisierung von Lösungen wird ein tiefes Verständnis der Anwendungsfälle zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Die ausgereiftesten Teams setzen auf kontinuierliche Forschungsmethoden:

  • Regelmäßige qualitative Signale,

  • Häufige, aber leichte Tests,

  • Bessere Verbreitung des Gelernten.

Eine zunehmend strategische Rolle

Designer entwerfen nicht mehr nur Benutzeroberflächen, sondern wirken an der Problemdefinition mit und fördern die gemeinsame Entscheidungsfindung. Sie bilden das Gleichgewicht zwischen technischen Beschränkungen, Geschäftszielen und Nutzerbedürfnissen. Diese Rolle erfordert Weitblick, didaktische Fähigkeiten und die Fähigkeit, auch „Nein“ zu sagen.

Aufmerksamkeit für Übergänge und Zwischenzustände

Übergänge, Wartezeiten, Fehlermeldungen: Diese unsichtbaren Momente prägen die Gesamtwahrnehmung. Zukünftig wird sich das Produktdesign stärker auf das konzentrieren, was zwischen zwei Aktionen geschieht, auf die Momente, in denen der Nutzer zweifelt, wartet oder zögert.

Fazit: ein dezenteres, aber wirkungsvolleres Design

Die Zukunft des Produktdesigns liegt nicht im Wettlauf um Neuheiten. Sie beruht auf einem zurückhaltenderen, strukturierteren und anspruchsvolleren Ansatz. Weniger, aber besser gestalten.

Davit Kocharyan, Experience Designer bei UX-Republic